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Von Kaveh

Eine neue Umfrage stellt wieder ein Mal die tiefsitzenden Vorurteile gegenüber Muslimen infrage und relativiert die scheinbar unüberbrückbaren kulturellen Unterschieden zwischen dem “Westen” und der “muslimischen Welt”.

Laut Konrad-Adenauer-Stiftung und Arab Observatory befürwortet eine Mehrheit der Befragten in Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko eine Trennung zwischen Staat und Religion. Und dass, obwohl die Mehrheit sich selbst als religiös definiert. In Tunesien sind es sogar knapp 73%.

Außer in Marokko war auch die Mehrheit der Meinung, dass die Einmischung religiöser Führer eine negative Auswirkung auf die politischen Entwicklungen habe. Darüber hinaus haben die meisten der Befragten sehr negative Einstellungen gegenüber dem “IS” und, außer in Marokko, ist die Mehrheit der Ansicht, dass die US-Politik im “Mittleren Osten” den religösen Extremismus fördert. Das ist kein Wunder, denn mittlerweile sind 40,8 Millionen Menschen weltweit im eigenen Land auf der Flucht. Die meisten leben in Jemen, Syrien und dem Irak, also in Regionen in der die US-Politik zu den Hauptursachen der Misere gehört.

Im Vergleich haben einige Umfragen ergeben, dass nur 41% der US-Amerikaner die absolute Trennung von Staat und Religion befürworten. Solche Umfragen sind ein Schlag ins Gesicht aller Kulturalisten, egal ob Linke wie Zizek, Liberale wie Slotjerdijk oder Rechtsradikale wie die Führung von Afd und Pegida, weil die Gegensatzpaare, die zwischen Orient und Okzident konstruiert werden, entweder als schlichtweg falsch oder zumindest als grobe Übertreibung enttarnt werden.

 

 

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